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Novemberpogrome 1938

Wir möchten auch in diesem Jahr an die antisemitischen Pogrome des Jahres 1938 sowie die Novemberrevolution von 1918 erinnern. Dazu treffen wir uns, wie gewohnt, um 18 Uhr am Platz der Einheit (Mahnmal).
Alle interessierten Antifaschist_innen sind dazu herzlich eingeladen.


Gedenken an die Novemberpogrome 1938

Das traditionelle Erinnern an die antisemitischen Pogrome des Jahres 1938 findet um 18 Uhr am Platz der Einheit (Mahnmal) in Potsdam statt.
Alle interessierten Antifaschist_innen sind dazu herzlich eingeladen.

[a] antifaschistische linke potsdam

DEMO-22.06.2013-16:00-Platz der Einheit

Die Stadt gehört allen!
Unter diesem Motto haben zahlreiche Inititativen überall in der BRD zu einer bundeseweiten Aktionswoche Ende Juni aufgerufen. Die Potsdamer Gruppe „Recht auf Stadt“ lädt deshalb am 22.6.2013 um 16:00 Uhrzu einer Auftaktdemo durch die bewegte Potsamer Innenstadt ein.

Gründe zu demonstrieren, gibt es hier mehr als genug…

Die Stadt der Oligarchen

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten verlangt nach wie vor 1 Mio. Euro Sonderzahlungen von der Stadt, sollen die Parks weiterhin eintrittsfrei bleiben. Während die Stadt Potsdam sich gezwungen sieht,diese Million durch Umlage auf Potdsdamer_Innen aufzubringen, werden wieder einmal öffentliche Gelder, diesmal 400.000 Euro vom Bund, für den Wiederaufbau der Garnisonkirche zur Verfügung gestellt. Die Gestaltung des Stadtzentrums wird mittlerweile ganz und gar dem Willen Hasso Plattners untergeordnet, Baupläne und Demokratie spielen keine Rolle mehr,wenn es nur darum geht, das Stadtzentrum aufzuhübschen. Ja, das Stadtzentrum bleibt öffentlicher Raum – nur eben nicht für alle. Damit steigt auch der Druck, dass die „störende Betonklötze“ am Staudenhof und damit ihre Bewohner_Innen verschwinden.

Diese Skandale sind nur der offensichtlichste Ausdruck dessen, dass die Gestaltung dieser Stadt der Logik von Profit und Herrschaft unterworfen ist. Selbst die bürgerlich-demokratischen Prozeduren,auf die man sich sonst so viel zu Gute hält werden mittlerweile in vorauseilendem Gehorsam umstandslos gekippt, wenn man damit Investoren mit einem Faible fürs Preußische einen Gefallen tun kann.

Die Stadt privatisiert ihren Wohnungsbestand

Attraktiv scheint Potsdam ja zu sein. Die Stadt ist in den letzten 15 Jahren um über 12.000 Wohnungen gewachsen. Diese Entwicklung geht allerdings ausschließlich auf den Zuwachs an private (inkl. Privatvermieteter) Wohnungen zurück. Während die Zahl kommunaler Wohnungen um fast 6.500 (das ist über ein Viertel des Bestands von 1999) zurückging, nahm die Zahl privater Wohnungen um 18.000 (das sind 60%!) zu. Gleichzeitig fällt auf, dass der Wohnungsneubau sich deutlich im Segment der Wohnungen über 90qm konzentriert. Wer in Potsdam also Häuser baut, sind ausschließlich private Wohnungsunternehmen und Speckgürtler_Innen, die sich in den „hochwertigen“ Familienquartieren Eigenheime leisten können. Mittlere und untere Einkommensschichten können sich die 10 €/qm in der Innenstadt nicht leisten. Die traditionelle soziale Wohnungspolitik weicht dem Ausverkauf der Stadt an eine zahlungskräftige Klientel, zu der sich maßgebliche Stadtpolitiker_Innen selbst dazu zählen können.

Das Resultat dieser Prozesse sind dramatisch ansteigende Preise für Neuvermietungen. Aber auch die Wohnkosten für langjährige Mietverträge steigen. Und wer diese Kosten nicht mehr bezahlen kann und keine Möglichkeit findet auszuweichen fliegt raus. In Potsdam wurden in den letzten Jahren jedes Jahr zwischen 150 und 200 Wohnungen zwangsgeräumt. Ungefähr dreimal soviele Wohnungen wurden insgesamt gekündigt, weil die Bewohner_Innen nicht mehr in der Lage waren, die Mieten zu bezahlen.

Potsdam ist ein teures Pflaster – reißen wir es auf!

Doch keineswegs sind wir gezwungen diese Entwicklung widerstandslos hinzunehmen. In der Heidesiedlungen haben es die Mieter_Innen geschafft die Privatisierung der Häuser und die Vertreibung aus den Wohnungen zu verteidigen. An diesen Erfolg wollen wir am 22. Juni anknüpfen, wenn wir gemeinsam zur Behlertstraße ziehen um klarzumachen, dass die 264 Wohnungen die dort kürzlich in die Hände der Pro Potsdam gefallen sind ebenso wenig zum Verkauf stehen wie die in der Heidesiedlung. Außerdem wollen wir unsere Solidarität mit den Menschen demonstrieren, die vor fast zwei Jahren mit einer Hausbesetzung in der Stiftstraße den Startschuss für die aktuellen Mieter_Innenproteste in Potsdam gaben.

Kommt alle! Die Stadt ist das, was wir draus machen!
http://www.rechtaufstadt-potsdam.de/die-stadt-gehoert-allen

Demo: Solidarität ist eine Waffe

Datum: 17. April 2013
Uhrzeit: 17:30 Uhr
Ort: Brauhausberg

Solidarität ist eine Waffe! Demonstration am 17.04.2013 // Start 17.30 Uhr // Brauhausberg

Der Angriff auf die linke Kultureinrichtung „Olga“ in der Charlottenstraße in der Nacht vom 9. auf den 10. April stellt den derzeitigen Höhepunkt einer Reihe von Angriffen auf linke Projekte dar.
Es wurde bereits Anfang Februar ein Brandanschlag auf das „Archiv“ verübt und Fensterscheiben des „Chamäleon e.V.“ zerschlagen. Alle diese Projekte treten in der Öffentlichkeit als links auf und stehen somit in besonderer Weise im Blickfeld von Neonazis. Diese offensichtliche Ähnlichkeit jener Angriffe verwirrt den Blick des Polizeiapparats. Geübt am täglich Sudoku in der PNN, fühlt sich der polizeiliche Spürsinn vermutlich von einer so simplen Aufgabe unterfordert und spekuliert auf einen höheren Zusammenhang, als den, dass Neonazis schlicht keinen Bock auf Linke haben. Die Stadtpolitik ist vermutlich die einzige Verbündete im Kampf gegen das mittelschwere Sudoku und im gekonnten Wegsehen. Aus Angst vor schlechten Schlagzeilen und ausbleibenden Touristenströmen wird deshalb eilig Farbe bekannt. Dabei wird in totalitarismustheoretischer Natur nicht der Übergriff als solcher oder gar die hinter ihm stehende Ideologie verurteilt, sondern lediglich herumgeschwafelt: „Wir dulden keine gewalttätigen Angriffe – von welcher Seite und gegen wen auch immer“. Als ob es nicht offensichtlich wäre wer hier gegen wen Gewalt anwendet.
Die offizielle Umgangsweise mit neonazistischer Bedrohung lässt sich so oder ähnlich schon seit über einem Jahrzehnt beobachten. Ob nun Anfang der 2000er als die NPD verstärkt Aufmärsche durchführte, das Jahr 2005 in welchem Neonazis regelmäßig Übergriffe auf Linke verübten: es wird suggeriert, nicht die Neonazis seien das wirkliche Problem, sondern Antifaschist_innen die sich dagegen zur Wehr setzen und somit die berühmte „Gewaltspirale“ ankurbeln.
Linke Kultur ist nach wie vor der einzige Garant für den Kampf gegen kapitalistische Normierung, gesellschaftliche Unterdrückung und faschistische Bedrohung. Sie möchte die Menschen über die tatsächlichen Verhältnisse in denen sie arbeiten und leben aufklären und dem tristen Alltag ein freies und selbstbestimmtes Leben entgegensetzen. Die Abwehr des staatlichen und gesamtgesellschaftlichen Gewaltzusammenhangs ist dabei eine Grundvoraussetzung für Emanzipation. Wir lassen uns weder von Neonazis, der Polizei oder der Stadtpolitik davon abbringen.

Angegriffen wurden einige, gemeint sind wir alle!
Für eine emanzipative Gegenkultur!

Nie wieder Krieg – nie wieder Preußen – nie wieder Faschismus!

Am 21.03.2013 jährt sich der „Tag von Potsdam“ zum 80. Male. Das Foto des Handschlags von Hitler und Hindenburg ist weltweit bekannt und symbolisiert das Bündnis zwischen dem NS-System und dem nationalkonservativen Preußen.Bis heute prägt dieses Bild den Symbolgehalt der 1945 nach einem Bombardement der Stadt Potsdam ausgebrannten Garnisonkirche, deren Ruine auf Betreiben Walter Ulbrichts 1968 gesprengt wurde.

Die Befürworter des Wiederaufbaus betonen immer wieder, dass der „Tag von Potsdam“ nur einen kurzen Zeitraum in der Geschichte der Kirche einnahm. Doch es war kein Zufall, dass am 21. März 1933 die Potsdamer Garnisonkirche als Kulisse für den Händedruck zwischen Reichspräsident Hindenburg und dem gerade erst zum Reichskanzler ernannten Adolf Hitler diente. Die Nazis konnten auf einen bereits existierenden Symbolgehalt der Garnisonkirche zurückgreifen, der sich für eine öffentlichkeitswirksame geschichtspolitische Legitimierung ihrer Herrschaft außerordentlich gut eignete.

Wesentliche Elemente der militaristischen preußischen Staatsdoktrin fanden ihre Kontinuität in der NS-Ideologie. Das Trauma des verlorenen 1. Weltkriegs teilte die wilhelminischen Oberschicht mit den Nazis – der Versailler Vertrag und die Demokratie waren beiden zuwider. Der Obrigkeitsstaat Preußen bedurfte jener unkritischen Einstellungen seiner BürgerInnen, die uns heute als „preußische Sekundärtugenden“ bekannt sind. Goethe konstatierte lange vor dem Nationalsozialismus: „Vor die Wahl gestellt zwischen Unrecht und Unordnung, entscheidet sich der Deutsche für das Unrecht“. Der NS-Staat griff mit dem „Tag von Potsdam“ auf diese Werte zurück. Die preußischen Sekundärtugenden erwiesen sich als jene Eigenschaften, mit denen ebenso gut ein Konzentrationslager betrieben werden kann.

Mittlerweile haben die Stadt Potsdam und das Land Brandenburg und die Evangelische Kirche eine Stiftung und einen Förderverein zum Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche gegründet. Von den anfänglichen Versicherungen, die benötigten 100 Millionen durch Spenden aufzubringen – aber auch von Nagelkreuz und Versöhnungskonzept – rückten die Aufbauprotagonisten immer weiter ab. So wurden 2,2 Mio aus den Mitteln der ehemaligen Parteien und Massenorganisationen der DDR (PMO-Mittel) bereitgestellt. Weitere Zuschüsse erfolgten aus Lotto-Mitteln des Landes, durch die kostenlose Übertragung des Grundstücks oder verdeckt durch die Verlegung der Breiten Straße.

Inzwischender ist der öffentliche Druck durch die Gründung der BI „Potsdam ohne Garnisonkirche“ und den Erfolg des Vorschlages „Kein städtisches Geld für die Garnisonkirche“ im städtischen Bürgerhaushalt gestiegen. Stadt, Land und Kirche erklärten, dass sie kein weiteres Geld für den Wiederaufbau zur Verfügung stellen. In dieser Situation fordert Bischof Huber, die Garnisonkirche zu einem Projekt von „nationaler Bedeutung“ zu erklären und aus Bundesmitteln zu finanzieren.

Die Potsdamer Garnisonkirche war bereits lange vor dem Tag von Potsdam am 21. März 1933, was sie noch heute ist: ein Symbol des militaristischen Staates Preußen, ein Symbol für Militarismus und Krieg, für deutschen Größenwahn und Chauvinismus. Eine moderne Stadt im 21. Jahrhundert benötigt keine Wahrzeichen der preußischen Militärmonarchie. Der Wiederaufbau der Garnisonkirche ist kein Akt der Versöhnung, sondern verwischt geschichtliche Zusammenhänge und Prozesse. Niemand braucht die Garnisonkirche!


Kundgebung:

Donnerstag, 21.03. 17-19 Uhr

Breite Str./Dortustr.


AGITPROP-AKTION GEGEN DEN WIEDERAUFBAU DER GARNISONKIRCHE

Rechtspopulist_innen stoppen

Die rechtspopulistische Partei „Pro Deutschland“ will am Mittwoch ihre menschenverachtende Ideologie salonfähig für die bürgerliche Mitte machen. Dies versuchen sie nun zum dritten Mal mithilfe eines Infostandes. Das gilt es aktiv zu verhindern. Kommt zahlreich am Mittwoch den 20.03. um 11 Uhr zur Brandenburger Straße / Ecke Dortustraße. Seid kreativ, wild, unberechenbar und bringt alle mit.

Alerta Antifascista

Richtlinien zum Spitzel-Outing

I. Spitzelouting und Spitzelverdacht
Spitzel sind eine uralte Begleiterscheinung von Herrschaft und Opposition. Linke Gruppen, Aktivist_innen und soziale Bewegungen, die der Obrigkeit lästig werden, müssen damit rechnen, bespitzelt zu werden. Spitzel können viel Schaden anrichten, im Extremfall zerstören sie Individuen und ganze Gruppen. Als Linke müssen wir uns bewusst mit dem Thema Spitzel auseinandersetzen – aber ohne Verfolgungswahn und Panikmache.

Um einerseits reale Spitzel outen zu können, andererseits Verleumdungen und irrtümliche Beschuldigungen (von wem und aus welcher Motivation heraus auch immer), zu verhindern, ist es wichtig, gewisse Regeln einzuhalten. (Hinweise zum Umgang mit Spitzen, Spitzelverdächtigungen gibt die Broschüre „Schöner Leben ohne Spitzel“, als PDF auf www.antifa.de).

Eine Person als Spitzel oder Bullen zu bezeichnen oder gar zu outen ist eine verdammt ernste Angelegenheit. Vermutungen über angebliche Spitzel dürfen auf keinen Fall leichtfertig in die Welt gesetzt und verbreitet werden, denn solche Gerüchte erzeugen Unruhe, Misstrauen und politische Spaltungen. Ohnehin besteht die ernstzunehmende Gefahr, dass die Gegenseite ungesicherte Verdächtigungen benutzt oder sogar gefälschte Outings produziert, um politische Zusammenhänge zu schwächen, zu spalten und unbedachte Reaktionen und Informationen hervorzulocken. Wer dies nicht berücksichtigt, läuft Gefahr, zum nützlichen Idioten von Staatsschutz- und Geheimdienstinteressen zu werden.

Uns, den unterzeichnenden Gruppen, geht es darum, Spitzeln und Gerüchten keinen Raum zu geben und über politische Unterschiede hinweg ein Netzwerk des Vertrauens zu schaffen.

II. Richtlinien
Die folgenden Richtlinien entsprechend weitgehend den IMC Northern England Guidelines: Reporting an Infiltrator or Informer und beziehen sich auf alle Beschuldigungen gegen Personen oder Gruppen, wonach diese vorsätzlich mit polizeilichen oder geheimdienstlichen Stellen, den Medien oder Sicherheitsfirmen zusammenarbeiten, um Informationen weiterzuleiten, die die Sicherheit und das Wohlergehen von Aktivist_innen gefährden und/oder die Effektivität politischer Arbeit beeinträchtigen.
Es geht um folgende Fälle: a) Ein_e verdeckte_r Ermittler_in, der/die absichtlich eine Gruppe/eine Kampagne unterwandert hat, um Informationen zu sammeln und/oder zerstörerisch zu wirken. (In der Regel handelt es sich hier um Polizist_innen, die unter falschen Namen und erfundener Biographie operieren; in diese Kategorie fallen auch international agierende Spitzel/Bullen wie Mark Stone/Kennedy). b) Ein_e Informant_in, also ein (ehemaliges) Mitglied einer Gruppe/Kampagne, das Informationen weitergibt. (Gemeint sind Spitzel, wie sie vom VS, LKA oder BKA angeworben werden). c) Privatdetektive und nicht als solche auftretende Journalist_innen, die heimlich Informationen sammeln und an Medien und Firmen verkaufen.


III. Empfehlungen und Bedingungen

Damit politische Gruppen und Aktivist_innen das Outing eine_s verdeckte_n Ermittler_in oder ein_es Informant_in als zutreffend akzeptieren, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

1. Das Outing muss von einer bekannten und etablierten Gruppe bestätigt werden.
Der Bericht sollte auf deren eigener Website erscheinen.
Die Gruppe muss bereit sein, sich Nachfragen zu stellen.
Sie sollte sichere Kontaktmöglichkeiten anbieten.
(Der Grund dafür: Nachvollziehbar machen, wie es zum Outing kam, damit andere
diesem Bericht vertrauen können – so lassen sich Rufmorde und staatliche
Desinformation vermeiden.)

2. Ein Outing muss eindeutige und nachvollziehbare Beweise enthalten.
Diese Beweise müssen den von dem Spitzelfall betroffenen Gruppen und Personen
zugänglich gemacht werden, damit die zu einer eigenen Einschätzung in der Lage sind.
Aussagen von Hörensagen und Behauptungen Dritter reichen in keinem Fall.
Die für das Outing verantwortliche Gruppe sollte einen zumindest formalen Bericht
über ihre Recherchen vorlegen. Darin sollte auf jeden Fall stehen, ob die beschuldigte Person
mit den Anschuldigungen konfrontiert wurde – und ob sie den Spitzelvorwurf
eingeräumt hat.

3. Alle Gruppen, die von dem Spitzelfall betroffen sind, müssen umgehend informiert werden.
(Das ist wichtig für eine schnelle Schadensbegrenzung.)

4. Der Bericht muss ein Foto und eine genaue Personenbeschreibung enthalten.
(Um zu verhindern, dass die Person zukünftig Zugang zu anderen Strukturen erhält.)

Es kann sein, dass das oben beschriebene Verfahren nicht in allen Fällen angebracht ist und dass nicht immer alle Kriterien erfüllt werden können; d. h. wenn diejenigen, die die Untersuchung machen, nicht einer etablierten Gruppe angehören oder dass es nur eine begrenzte Freigabe der Beweise geben kann, um Einzelne zu schützen. In einem solchen Fall ist die sorgfältige Nachprüfung und Beglaubigung des Spitzelvorwurfs durch eine bekannte und etablierte Gruppe erforderlich, die dann auch das Outing verantworten muss.

Griechenland im Umbruch – Aufstieg des Neo-Faschismus? Bundesweite Veranstaltungsreihe

Der Widerstand gegen die Austeritätspolitik der Troika in der Krise führte Massen von Menschen auf die Straße. Nicht wenige hofften angesichts der massiven Ausschreitungen im Zuge der Generalstreiks, aber auch nach dem Aufstieg der Syriza-Partei, auf eine progressive Veränderung der Gesellschaft. Nach aktuellen Meldungen über Wahl- und Umfrageerfolge der offen neonazistischen Partei Chrisy Avgi macht sich jedoch Ernüchterung breit:

Die polizeilich durchgeführte Internierung tausender illegalisierter Menschen in eigens für sie eingerichtete Camps, Straßenterror durch faschistische Schlägerbanden und deren offene Unterstützung durch örtliche Polizeieinheiten zeigen ein Szenario, das ähnlich auch für den Rest Europas denkbar erscheint. Höchste Zeit über die internationale Dimension antifaschistischer Politik ins Gespräch zu kommen. Zu Gast sind zwei Referent_innen von Siempre Antifa Frankfurt(Main).

Präsentiert von North East Antifascists und der Antifaschistischen Linken Potsdam.

27.02.2013
19.30 Uhr – Bunte Kuh (Bernkasteler Straße 78, Berlin-Weißensee)

28.02.2013
19.30 Uhr – Subversiv (Brunnenstraße 6/7, U-Bhf. Rosenthaler Platz, Berlin)

01.03.2013
19.00 Uhr – Sputnik (Charlottenstraße 28, Potsdam)

antifagriechenland.blogsport.de
nea.antifa.de

Infoveranstaltung-12.02.- 20:30 Uhr-Black Fleck

Seit drei Jahren wird am 15. Februar gegen den Versuch von Neonazis einen Aufmarsch in Cottbus zu etablieren, mit dezentralen Aktionen und Sitzblockaden Widerstand geleistet. Mehrmals konnte die Route verkürzt und die Teilnehmer_Innenanzahl verringert werden. Frustriert kamen die Aufmärsche nur mit der Hälfte der Neonazis am Abschlussort an. Jedoch ist Cottbus die letzte Stadt in Brandenburg wo aufgrund flexibler Polizeitaktik und Gewalt kein Aufmarsch gänzlich verhindert werden konnte.

Auch zum kommenden Jahrestag der Bombardierung von Cottbus mobilisieren Neonazis aus dem Umfeld der „NPD-Lausitz“ zum jährlichen „Gedenkmarsch“ welcher diesmal auf einen Freitag fällt. Da in Dresden nur mit einem Aufmarsch unter der Woche zu rechnen ist, versuchen Cottbuser Neonazis daran anzuknüpfen um eine zentrale Rolle in Brandenburg einzunehmen. Dabei zielen sie auf eine Schnittmenge zwischen NPD-Sympathisant_Innen, „Freien Kräften“ aus dem Kreis der inzwischen verbotenen „Widerstandsbewegung Südbrandenburg“ und einem rassistischen wie antisemitischen deutschen Mob.

Wie auch in den vergangenen Jahren rufen verschiedene Initiativen und Gruppen zum Protest auf. Dazu gehört auch das gemeinsam gegründete Bündnis „Cottbus Nazifrei!“ welches sich zum Ziel setzt den (Neo)-Naziaufmarsch mit Sitzblockaden zu verhindern. Dabei ist der Aktionskonsens „solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern“.

INFOVERANSTALTUNG

12.02. – Potsdam – 20:30 Uhr Black Fleck

68. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung – Gedenken am 27. Januar 2013

Am 27.01.2013 versammelten sich gegen 18.00 Uhr ca. 80 Antifaschist_innen, um der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 68 Jahren zu gedenken. Dabei wurden zwei Redebeiträge verlesen, die vor allem die staatliche Gedenkpolitik kritisierten und eine antifaschistische Intervention heute einforderten. Aufgerufen zu der Kundgebung hatte ein breites Bündnis Potsdamer Antifagruppen. Bereits in den letzten Wochen fand in Erinnerung und Auseinandersetzung an die Auschwitzbefreiung eine Veranstaltungsreihe mit dem Namen „Vergessen ist die Erlaubnis zur Wiederholung“ statt. (http://auschwitzgedenkenpotsdam.blogsport.eu)

von Primo Levi:

Ist das ein Mensch?

Ihr, die ihr gesichert lebet
in behaglicher Wohnung,
Ihr, die ihr abends beim Heimkehren
Wärme, Speise findet und vertraute Gesichter:
Denket, ob dies ein Mann sei,
Der schuftet im Schlamm,
Der Frieden nicht kennt,
Der kämpft um ein halbes Brot,
Der stirbt auf ein Ja oder Nein.
Denket, ob diese eine Frau sei.
Die kein Haar mehr hat und keinen Namen,
Die zum Erinnern keine Kraft mehr hat,
Leer die Augen und kalt ihr Schoß
Wie im Winter die Kröte.
Denket, dass solches gewesen.
Es sollen sein, diese Worte in eurem Herzen.
Ihr sollt über sie sinnen, wenn ihr sitzet
In einem Hause, wenn ihr geht auf euren Wegen,
Wenn ihr euch niederlegt und wenn ihr aufsteht;
Ihr sollt sie einschärfen euern Kindern.
Oder eure Wohnstatt soll zerbrechen,
Krankheit soll euch niederringen,
Eure Kinder sollen das Antlitz von euch wenden.

Redebeitrag der [a] alp:

Über ein halbes Jahrhundert ist mittlerweile die Befreiung des größten Konzentrationslagers Auschwitz her. Alle, die wir hier stehen haben unser Wissen darüber aus Büchern, dem Internet oder Filmen. Einige wenige hatten noch das Privileg aus erster Hand, von Zeitzeug_innen, über die Ereignisse damals informiert zu werden. Doch das ist bald vorbei. Augenzeug_innen der Verbrechen Nazideutschlands und seiner Verbündeten wird es schon in wenigen Jahren nicht mehr geben.
Doch wer soll dann Zeugnis ablegen, wer soll mahnen, wer soll Verantwortung übernehmen?
Über Jahrzehnte haben die Betroffenen der Naziherrschaft Aufklärungsarbeit geleistet, haben ihre persönlichen Geschichten erzählt und haben somit die Zeit nach Ihnen vorbereitet. -getrieben von der Angst vor dem Vergessen und der Verantwortung gegenüber den Ermordeten. UNSER OPFER UNSER KAMPF, GEGEN FASCHISMUS UND KRIEG, DEN LEBENDEN ZUR MAHNUNG UND ZUR VERPFLICHTUNG lautet die Inschrift dieses Mahnmals, die uns erinnern soll, dass es nun an uns ist das Gedenken wach zu halten und zu mahnen, Ihre Geschichten und Gedanken an andere weiterzugeben.
Der offizielle Gedenkdiskurs zeigt deutlich die Notwendigkeit politischer Interventionen auf. So wurde z.B. nach immerhin über 60 Jahren im letzten Jahr ein Mahnmal für die ermordeten Sinti und Roma in Berlin fertig gestellt, doch schon einen Tag danach hetzte der deutsche Innenminister aus Angst vor einer steigenden Immigration wieder gegen sie. Auch die Auseinandersetzung der Behörden und vor allem ihre Verstrickung in Terror und Morde des NSU lassen keinen Zweifel an der politischen Ausrichtung Deutschlands.
Die in den 90er Jahren entstandene Terrorgruppe zeigt beispielhaft wie über Jahrzehnte rechte Strukturen durch den Staat unbeachtet blieben oder sogar gefördert wurden. Dies hatte zur Folge, dass in einigen Regionen z.B. in Sachsen, Mecklenburg aber auch im Großraum Dortmund Nazis über lange Zeit eine Hegemonie politisch, kulturell und auf der Straße aufbauen konnten. Antifaschistische Interventionen, vor allem die Erfolgreichen, werden hingegen bis heute kriminalisiert. Die §129a Verfahren gegen antifaschistische Gruppen in den 90er Jahren, aber auch heute noch gegen Antifas, sind Sinnbild für eine Gesellschaft die sich von Anfang an gegen einen Auseinandersetzung mit seiner Nazivergangenheit gewehrt hat. Wenn heute Firmen oder verschiedene Ministerien bezüglich ihrer Geschichte in den 30er und 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts forschen lassen ist dies zwar löblich doch auch schon 60 Jahre überfällig.
Daher muss eine antifaschistische Bewegung das Gedenken an die Opfer und Betroffenen der Nazibarbarei immer mit einer gesellschaftlichen Intervention gegen Nazismus und seine Ursachen verbinden.
Und diese liegen in der kapitalistischen Gesellschaft und Ihren Ausschlussmechanismen. Gerade deshalb reichen Versatzstücke nazistischen Gedankengutes wie Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und Nationalismus bis weit in die bürgerliche Gesellschaft hinein.
Somit muss eine antifaschistische Bewegung auch in Zukunft sich an dem Ziel messen lassen nicht nur Nazis zu bekämpfen sondern auch die gesellschaftlichen Verhältnisse zu verändern.
Gedenken an die Toten von damals, Nazis unmöglich machen, Analyse von und Intervention gegen die bestehenden Verhältnisse!
Antifa heißt Angriff!