Weiterhin Nazigewalt in Potsdam

Neonazis schlagen Festival Besucher und verfolgen Jugendliche mit Eisenstangen

In der Nacht vom 21. zum 22. Mai kam es in den Stadtteilen Schlaatz und Waldstadt erneut zu einem gewalttätigen Übergriff und einem versuchten Angriff von einer Gruppe Neonazis. Der erste Übergriff fand kurz nach 2 Uhr im Nachtbus der Linie N13 vom Hauptbahnhof Richtung Bahnhof Rehbrücke statt und richtete sich gegen einen Besucher des „Ultrash“ Festivals. Er bekam von einem der 8 Neonazis die sich im Bus befanden einen Schlag ins Gesicht, als diese grade am Aussteigen waren.

Von außen rammten sie dann eine Scheibe des Busses mit einem Tischbein ein, um sich gewaltsam wieder Zutritt ins Innere des Busses zu verschaffen. Daraufhin fuhr der Bus los, um ein paar Haltestellen weiter, aber immer noch im Wohngebiet am Schlaatz alle weiteren Insass_innen des Busses zu verweisen. Wer nun allein in Richtung Waldstadt oder Rehbrücke laufen musste, lief Gefahr der sehr aggressiven Gruppe Neonazis wieder zu begegnen.
In der Waldstadt kam es ungefähr eine Stunde später tatsächlich zu einem weiteren Angriff auf drei Jugendliche. Eine nun auf 15 Neonazis angewachsenen Gruppe ging hierbei unter Rufen wie „Da sind sie die scheiß Zecken!“ auf die Betroffenen los. Dabei waren die Neonazis teilweise mit Stangen bewaffnet. Die Betroffenen konnten hierbei glücklicherweise fliehen, sodass es zu keinen schweren Verletzungen kam.

Die Zustände in den Wohngebieten Waldstadt und Schlaatz sind schon längst mehr als nur ein bedrohliches Klima. Menschen, die in das Feindbild der Neonazis fallen, müssen um ihre körperliche Gesundheit fürchten, wenn sie sich dort aufhalten. Besonders nachts hat mensch dort allein keine Chance. Viele, die nicht in das Weltbild der Neonazis passen, sind mindestens schon einmal angepöbelt, bedroht oder geschlagen worden.

Schwer zu bedenken gibt uns daher auch die Haltung der Potsdamer Verkehrsbetriebe, die potentiell Betroffene in der Gefahrensituation nicht schützt, sondern allein zu Fuß nach Hause schickt. Ein solches Verhalten ist fahrlässig und kein Ausnahmefall.

Zuletzt trat die Potsdamer Neonaziszene am 17.06.2011 in der Waldstadt öffentlich auf. Hier versammelten sich ca. 10 Neonazis der „Freie Kräfte Potsdam“ auf dem Parkplatz des Waldstadt-Center und hielten einen Redebeitrag und warfen Papierschnipsel mit antidemokratischer Propaganda umher. Dabei orientierten sie sich was die Aktionsform aber auch den Inhalt angeht abermals an den sogenannten „Spreelichtern“, einem Zusammenschluss von Neonazis aus Südbrandenburg und Nordsachsen.

Die Situation in der Waldstadt beziehungsweise des Schlaatz spitzt sich also weiter zu. Von einer Entspannung der Lage kann also keine Rede sein. Die Neonazis sind da, sie sind ein Problem und das nicht erst in dem Moment wenn sie gewalttätig werden. Lasst uns einen gemeinsamen, antifaschistischen und konsequenten Umgang damit finden, denn das Naziproblem in Potsdam geht uns alle an. Unterstützt die Betroffenen und schließt euch zusammen.

Get up stand up!

[a] antifaschistische linke potsdam