5.-12.05. Veranstaltungen und Konzert zum Tag der Befreiung

Veranstaltungsreihe „8. Mai – 67 Jahre Tag der Befreiung“ in Potsdam vom 05.05. bis zum 12.05.2012

Erinnerung statt Schlußstrich – Zeitzeugenveranstaltung zur Befreiung Potsdams
05.05.2012, 16:00 Uhr , Studentisches Kulturzentrum KuZe Potsdam (Hermann-Elflein-Straße 10)

Massen waren Mitglied in der NSDAP, befürworteten den Krieg und wussten von den Vernichtungslagern. Doch wie sah es konkret in Potsdam aus? Wie fand der Tag der Befreiung hier statt?
All eure Fragen könnt ihr einer der letzten Zeitzeuginnen stellen.
Sie hat in Nowawes gelebt und dort auch die Befreiung miterlebt. Sie wird von ihren Erlebnissen berichten und auch aus ihrem Buch vorlesen.

Infoveranstaltung zur Bücherverbrennung
10.05.2012, 19 Uhr, Buchladen Sputnik Potsdam (Charlottenstr.28)

„[…]dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ Heinrich Heine

Am 10. Mai 1933 fanden in vielen deutschen Universitätsstädten Bücherverbrennungen statt. Student_innen wollten so den „undeutschen Geist“ bekämpfen.
Doch wer waren überhaupt die Autor_innen, welche Rolle spielten sie in der Widerstandsbewegung und wer erinnert sich heute noch an sie?
All dies wollen wir zusammen klären. Kommt vorbei zum Lesen, Hören und Diskutieren: am 10.05.2012, dem Tag des (be)frei(t)en Buches, 19 Uhr im Sputnik.

Soli-Konzert und Party zur Befreiung vom Faschismus und zur Finanzierung heutiger Antifa-Arbeit in Potsdam
12.05.2012, 20 Uhr, Archiv Potsdam (Leipziger Straße 60)

Wer nicht feiert, hat verloren!

Die Zerschlagung des deutschen Faschismus – ein Grund zum Feiern! Dies wollen wir mit euch gemeinsam am 12.05.12 ab 20 Uhr im Archiv tun! Es gibt Befreiungsspiele, VoKü, kleine Rätsel, und natürlich Musik:

Es spielen: Enraged Minority, Respect My Fist und eine Überraschungsband

Danach Disco mit DJane KALLI KRAWALLI (Alltime, Punk, wilde Mischung)

und außerdem am 8.Mai Antifaschistischer Filmtag im Thalia Kino (Babelsberg)

Keine Geschäfte mit Nazis! – Bericht aus Grube

Antifakundgebung in Grube

Anlässlich des Bestehens des im Oktober 2011 gegründeten Naziladens „Tönsberg“ in Berlin-Weißensee versammelten sich heute, am 25.03.2012 gegen 16 Uhr etwa 60 engagierte Antifaschist_innen vor dem Haus des Vermieters in Potsdam-Grube, welcher gleichzeitig Firmensitz der „Immo Haus GmbH“ ist. In mehreren Redebeiträgen wurde vor allem auf die gestiegene Nazigewalt im unmittelbaren Umfeld des Ladens und im gesamten Berliner Nordosten hingewiesen.

Der Protest wurde nötig, da der Vermieter, Klaus Rosenthal, sich durch sein uneinsichtiges Verhalten bisher verweigerte Kontakt mit den Antifaschist_innen aufzunehmen und den Nazis zu kündigen. Nach eigenen Aussagen ist es Herrn Rosenthal egal, woher er sein Geld bekommt. Im Gegensatz zu anderen Vermieter_innen in Berlin, die an die Nazis vermietete Räumlichkeiten kündigten.

Die Marke „Thor Steiner“, die in dem Laden vertrieben wird, ist eine durch Neonazis gegründete und bei diesen beliebte Bekleidungsfirma. In weiteren Redebeiträgen wurde auf die Neonaziproblematik in Potsdam und Umgebung hingewiesen. Dies wurde durch die etwa 20 Nazis, die vor allem aus Potsdam und dem Umland kamen und eine Gegenkundgebung durchführten, bestätigt. Sie versuchten durch ihre Anwesenheit die Kundgebungsteilnehmer_innen einzuschüchtern und verklebten und sprühten im Vorfeld Nazipropaganda in Grube. Des Weiteren sollen die Nazis, nach Angaben der freiwilligen Feuerwehr Grube, Galgen und Banner als Drohung für Antifaschist_innen aufgehangen haben. Die freiwillige Feuerwehr entfernte diese bereits vor Kundgebungsbeginn.

Viele Passant_innen und vorbeifahrende Menschen begrüßten die Kundgebung der Antifa und zeigten sich solidarisch mit dem Anliegen der Versammlung. Nach etwa 1,5 Stunden wurde die Kundgebung erfolgreich beendet und die Teilnehmer_innen verließen geschlossen den Ort und entfernten dabei Naziaufkleber und Sprühereien. Dabei wurden bei einem Teilnehmer, der Nazipropaganda überklebte, von der Polizei die Personalien aufgenommen und diesem antifaschistische Aufkleber entwendet.

Sarah B. von der [a] antifaschistischen linken potsdam resümiert: „Die heutige Veranstaltung hat gezeigt, dass viele Menschen mit Naziläden und damit einhergehender rechter Propaganda und Gewalt ein Problem haben und dies nicht tatenlos hinnehmen werden. Wir hoffen Herr Rosenthal hat verstanden, dass mensch mit Nazis keine Geschäfte macht und schließt den Laden endlich!“

Keine Geschäfte mit Nazis- nicht in Weißensee oder anderswo!

Weitere Infos zum Laden und den Gegenaktivitäten findet ihr hier

Keine Geschäfte mit Neonazis!

grube

Tour zum Vermieter des Berliner „Thor Steinar“-Ladens „Tönsberg“ nach Potsdam-Grube.

Am 28. Oktober 2011 eröffnete die rechte Klamottenfirma „Thor Steinar“ in der Berliner Allee 11, im Nordostberliner Stadtteil Weißensee einen neuen Laden. Das Geschäft trägt, wie viele andere Läden der Kette im Bundesgebiet, den Namen „Tønsberg“. Während viele Vermieter_innen richtig reagierten und „Thor Steinar“ kündigten, verweigert sich der Vermieter des Weißenseer „Thor Steinar“-Shops bislang einem solchen Schritt.
Wir helfen gerne! Und weil wir das so gerne tun, möchten wir Herrn Rosenthal helfen den Kopf aus dem brandenburgischen Sand zu ziehen. Deshalb wollen wir am 25. März das Schöne mit dem Nützlichen verbinden und laden alle, die auch ein Problem mit Neonazis haben, ein den Frühlingsanfang mit uns zusammen zu begehen. Wir freuen uns auf einen gemeinsamen Spaziergang ins beschauliche Potsdam-Grube, um die beeindruckende brandenburgische Natur zu bestaunen aber auch um Herrn Rosenthal einen kleinen Besuch abzustatten.

Wer weg schaut, macht sich mit schuldig!
Kein Kiez für Nazis! – Weg mit dem „Thor Steinar“-Laden „Tønsberg“ in Weißensee!

25. März 2012: Potsdam-Grube
Kundgebung gegen den Vermieter des „Thor Steinar“-Ladens in Berlin-Weißensee

Anfahrt mit dem Zug:
Treffpunkt – Berlin: 13:00 Uhr, Alexanderplatz (S-Bahngleis, S7)
Treffpunkt – Potsdam: 14:00 Uhr, Potsdam Hauptbahnhof, am Infopoint
…anschließend gemeinsame Anreise nach Grube.

Anfahrt mit dem Rad:
Treffpunkt Berlin: 14.30 Uhr, Alexanderplatz (Regionalgleis, RE 1)

weitere Infos:
Bündnis Kein Kiez für Nazis

Bei Sexismus hört die Freundschaft auf

Antifa heißt: Definitionsmacht anerkennen!

Sexismus und sexualisierte Übergriffe sind auch in unseren Kreisen weit verbreitet und nicht so selten wie vielleicht einige denken. Diesen Zustand gilt es zu ändern!
Um Betroffene zu unterstützen, Menschen zu sensibilisieren und um Täter auf ihr übergriffiges Verhalten aufmerksam zu machen und dieses zu unterbinden, haben wir uns entschlossen einen kleinen Leitfaden für den Umgang mit sexistischen Anmachen und sexualisierter Gewalt zu schreiben. Diese Punkte sind nicht die letzte Wahrheit, doch sie können eine erste Richtlinie darstellen.
Doch Achtung! Sexismus beginnt wesentlich eher als bei übergriffigen Verhalten oder gar Gewalt, z.b. tagtäglich in unseren Beziehungen, in der Werbung, auf der Arbeit, in der Schule, an der Uni und auf der Straße. Und vor allem, Sexismus beginnt bei Dir selbst!
Deshalb: Achtet aufeinander, fragt nach Grenzen eures Gegenübers und beachtet diese. Seid solidarisch und unterstützt Menschen, die von Sexismus und sexualisierter Gewalt betroffen sind! Für eine unterdrückungsfreie Welt!

Leitlinien für die Antisexistische Praxis:

Schreitet ein bei sexistischen und sexualisierten Übergriffen.

Fragt bei unklaren Situationen wie es der Betroffenen geht. Lieber einmal zu viel gefragt als einmal zu oft weggesehen.

Besprecht euch mit Freund_innen und greift gemeinsam in Situationen ein.

Unterstützt parteilich die Betroffene und erkennt ihre Defintionsmacht an, das heißt, dass nur die Betroffene allein entscheidet, ob und inwiefern ihre Grenzen verletzt wurden.

Vermeidet öffentliches Breittreten geschehener Übergriffe, dies kann für Betroffene und auch für andere Menschen eine Retraumatisierung bedeuten.

Setzt die Forderungen der Betroffenen, soweit es für euch möglich ist, durch.

Wenn es durch die Betroffene gewünscht ist, bildet eine Unterstützungsgruppe und unterstützt sie.

Wenn ihr von einem Vorfall hört und unterstützen möchtet, versucht erst mal die Unterstützungsgruppe der Betroffenen anzusprechen. Oftmals ist es für die Betroffene sehr anstrengend und unangenehm auf Partys oder Veranstaltungen immer wieder auf den Vorfall angesprochen zu werden und kann im schlimmsten Fall eine erneute Traumatisierung auslösen.

Beschäftigt euch regelmäßig (auch selbstreflexiv) mit Sexismus und sexualisierter Gewalt, nicht erst, wenn es schon zu Übergriffen gekommen ist.

Vermeidet Tätern, nur weil sie aus eurem Freundeskreis kommen mehr zu glauben als der Betroffenen. Die Definitionsmacht hat die Betroffene!

Beachtet auch eure eigene Definitionsmacht! Ihr müsst nicht mit Tätern auf Partys tanzen, weil die Betroffene keine Hausverbote wünscht. Aber wichtig: Übergeht die Betroffene nicht, besprecht euer Verhalten in bestimmten Situationen und informiert die Betroffene und ihre Unterstützer_innen und handelt in ihrem Interesse!

Wenn ihr dem Täter helfen wollt, konfrontiert diesen mit seinem scheiß Verhalten und versucht ihn für eine Auseinandersetzung zu sensibilisieren. Verdeutlicht ihm, dass einzig der Wille der Betroffenen zählt und er diesen zu respektieren und umzusetzen hat.

Distanziert euch von eventuell stattfindenden Wahrheitsgremien durch Täterschützer_innen. Niemensch kann nachempfinden, wann für die Betroffene Grenzen überschritten wurden, das kann nur die Betroffene selbst. Warum sollte sie also mit sinnfreien Nachfragen weiter traumatisiert werden und sich in der Beweispflicht fühlen.

Falls die Betroffene Schutzräume wünscht, macht dies gegenüber dem Täter deutlich. Falls er sich nicht daran halten will, besprecht dies mit den entsprechenden Einrichtungen und setzt den Wunsch der Betroffenen durch. Versucht ggf. den Fall zu anonymisieren und nur den Täter zu benennen.

Antisexistische Praxis ist eine Grundlage für einen solidarischen Umgang miteinander. Setzt euch dafür ein und handelt danach!

No means No!
Yes means Yes!

Fuck off Fritz!

– Antipreußische Gala zum 65. Jahrestag der Auflösung Preußens“
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„Der Staat Preußen, der seit jeher Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland gewesen ist, hat in Wirklichkeit zu bestehen aufgehört.“…

…Die mit diesen Worten durch den Alliierten Kontrollrat vorgenommene Auflösung Preußens am 25. Februar 1947 ist kein Datum im offiziellen deutschen Erinnern, schon gar kein Anlass zu feiern. Wenn aktuell HistorikerInnen, JournalistInnen und andere BauchrednerInnen der herrschenden Verhältnisse an dieses Datum erinnern, dann dergestalt, dass dies ein Irrtum der Alliierten gewesen sei, eine Entscheidung von antideutschen, antipreußischen Vorurteilen diktiert. Denn Preußen sei in Wirklichkeit ja gar nicht so gewesen. Der Beschluss des Alliierten Kontrollrates ist auch den „Wir-haben-die Geschichte-aufgearbeitet“-Deutschen von heute peinlich. Beruht er doch auf einer Analyse des Nationalsozialismus, die diesen nicht als „deutsche Katastrophe“, sondern als Resultat der Katastrophe Deutschland ansieht. Dieser Analyse, ihrer historischen Bedingtheit und ihren politischen Folgen nachzugehen ist das Ziel dieser Veranstaltung.

~~~~ 25.02. im Spartacus Potsdam http://www.freiland-potsdam.de/ ~~~~

Um 20 Uhr gehts los, und wer pünktlich erscheint wird mit Sekt begrüßt!
Und da die Auflösung Preussens für uns, im Gegensatz zu Fritzens Geburtstag, ein riesen Grund zum Feiern ist, lassen wir es im Anschluss ordentlich krachen mit:

~ Post War Perdition (Metal, B) http://www.myspace.com/postwarperdition
~ Rebarker (Hardcorepunk MD) http://www.myspace.com/rebarkerhardcore
~ Affenmesserkampf (Punk KI) http://www.myspace.com/affenmesserkampf
~ Kleingeldprinzessin (Chanson, Popmusik, Liedermacher B) http://www.kleingeldprinzessin.de/

danach Aftershow-Disse: Altenative, Punk, 80s, Wave

Coming soon: Filmreihe im Thaliakino, Veranstaltungsreihe in der FH und eine Broschüre gegen Preussen und seine Freunde

18.02. 2012: Demo zum Haus des Schokoladen-”Besitzers”

18.02. 2012: Demo zum Haus des Schokoladen-”Besitzers”
15.30 Uhr, S-Bhf. Potsdam-Babelsberg

Mit der Unterstützung unserer Freund*innen und Genoss*innen, den Fans des Potsdamer Fußballvereins SV Babelsberg 03 wollen wir am 18. Februar zum Haus des “Besitzers” der Ackerstraße 169/170 in Berlin ziehen. Markus Friedrich, der am 22. Februar den Schokoladen, eines der ältesten alternativen Kultur-Projekte in Berlin-Mitte räumen lassen will, hat sein Anwesen in unmittelbarer Nähe zum Karl-Liebknecht-Stadion. Wir möchten das Heimspiel des SV Babelsberg 03 zum Anlass nehmen um mit den Fans des SV, den Freiraum-Aktiven aus Potsdam und den Freund*innen des Schokoladens vor Friedrichs Haus in der Spitzweggasse 5 zu ziehen. Unterstützt werden wir dabei durch die Fans von Tennis Borussia Berlin.Die Familie Friedrich ist de facto ein gewinnorientiertes bundesweites Unternehmen, das eine Vielzahl Hotels, Villen und eine Fliesenmarkt-Kette ihr Eigen nennt. Angebote der Schokoladen-Bewohner*innen, das Haus über eine Stiftung zu kaufen, lehnte Friedrich immer wieder ab. Die gebotene Million Euro genügte ihm nicht. Stattdessen verlangt er 1,8 Millionen, andernfalls lässt er das Haus räumen.

Unüberhörbar, widerspenstig und kreativ werden wir unseren Protest gegen die, trotz schwebendem Verfahren, angekündigte Räumung des Schokoladens in Babelsberg auf die Straße tragen. Außerdem wollen wir ihm nahelegen eins der etwa 60 angebotenen und von ihm allesamt abgelehnten Ersatzgrundstücke anzunehmen (1).

Die Demo startet 15.30 Uhr am S-BHF Babelsberg

Bündnis “Schokoladen verteidigen!”
Verweise:
(1) o9.02.2012, taz – online, „Politik auf der Schokoladen- Seite“

weitere Infos zur Aktionswoche und bevorstehenden Räumung findet ihr hier:
http://schokoladenverteidigen.blogsport.eu/
http://www.schokoladen-mitte.de/

„Lasst uns einstehen für eine neue, bessere Gesellschaft“

Die Tradition des Gedenkens in dieser Form besteht nun schon seit einigen Jahren: Auch am vergangenen Freitag, die Befreiung des KZ Auschwitz jährte sich zum 67. Mal, versammelten sich Potsdamer Antifaschist_innen am Mahnmal der Opfer des Faschismus zum würdigen Gedenken.

Etwa 70 Menschen hörten die Rede eines Genossen vom VVN-BdA, der anmahnte, dass eine aktive und wirksame Gedenkpolitik nur im Herzen der Stadt und nur mit wirklichem Engagement stattfinden kann. Nach dem Vortragen eines Gedichtes von Paul Celan, einer Minute des Innehaltens und dem Niederlegen von Blumen und Kerzen wurde das Gedenken am sowjetischen Ehrenfriedhof fortgesetzt. Auch die dort gehaltene Rede der [a] antifaschistischen linken potsdam forderte ein, aus der Vergangenheit Schlüsse zu ziehen, sich heute aktiv gegen reaktionäre Entwicklungen einzusetzen und ein Wegschauen und Hinnehmen kein weiteres Mal zu
akzeptieren.

Text der Rede der [A] Antifaschistischen Linken Potsdam

Wir haben uns heute, nach mittlerweile langer linker Potsdamer Tradition, zusammengefunden um an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 67 Jahren zu erinnern.

Damals erreichte die Rote Armee das größte Vernichtungslager der deutschen Konzentrationslager, die wie ein Netz überall im deutschen Einflussbereich nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten ab 1933 errichtet wurden.

In ihnen wurden Millionen Menschen zur Arbeit gezwungen, gequält, gefoltert, viele getötet. Auch in Auschwitz waren bei der Ankunft der Befreier_innen gerade noch um die 7000 Menschen am Leben, von denen viele in den folgenden Tagen, Wochen und Monaten durch Entkräftung und Krankheit starben.

Doch diese Menschen legten Zeugnis über den Massenmord in Auschwitz ab. Zeugnis über die ca. 1,5 Millionen Toten, die in Auschwitz vor allem vergast, aber auch erschlagen, verhungert oder an Krankheit gestorben sind. Ebenso wurde bekannt, dass an Erwachsenen und Kindern unmenschliche und sinnlose medizinische Experimente durchgeführt wurde, die den Betroffenen maßlose Qualen, oftmals aber sogar den Tod brachten. Trotz allem formierte sich auch hier Widerstand.

Die scheinbare Ausweglosigkeit brachte Solidarität unter den Gefangenen hervor, aber auch spontanen Aufstände oder Fluchtversuche.

Auschwitz – der wirkliche gewordene Alptraum des Hasses. Hass vor allem auf Menschen, die als Jüd_innen klassifiziert wurden. Der in Deutschland sich seit langer Zeit entwickelte Antisemitismus machte es möglich, dass so viele Menschenleben in Lagern wie Auschwitz, Majdanek, Buchenwald, Sobibor, Belzec, Treblinka aber auch in den Wälder Osteuropas vernichtet wurden. Dies geschah nicht nur durch überzeugte Nationalsozialist_innen, auch viele Bürger_innen sowohl in Deutschland, als auch Unterstützer_innen in den besetzten Ländern halfen beim Massenmord: als Polizeibeamt_innen, die Menschen festnahmen, schlugen und erschossen, als Mitarbeiter _innen der Reichsbahn, welche die Massentransporte in die Lager organisierten, als Nachbar_innen von Feinden des NS-Regime, die denunzierten, als Anwohner_innen einer Straße, die wegschauten oder applaudierten als die Transporte an ihnen vorbei führten, als Angehörige der deutschen Wehrmacht oder mit ihr verbündeten Armeen, die das Fortführen des Mordens militärisch ermöglichten, sich an Erschießungen beteiligten oder Aktionen der Vernichtung absicherten. Die Schuld betraf eine ganze Generation. Und sie betrifft uns heute. Als Verantwortung.

Nie wieder darf geschehen, was damals passierte.

Gerade 2011 wurde uns vor Augen geführt welch einen langen Weg wir noch vor uns haben.

Eine nazistische Mordgruppe tötet über Jahre ungestört in Deutschland und verhöhnt seine Opfer aufs Unmenschlichste.- Und das alles unter den Augen der Repressionsorgane.

Während in Dresden bei antifaschistischen Demonstrationen Tausende von der Staatsmacht überwacht, verprügelt und gejagt wurden, scheint es so, dass Nazis mit staatlichen Geldern und trotz 182 Toten seit 1990 hofiert werden. Dies muss uns wieder daran erinnern, dass in Deutschland Antifaschismus keine Uniform trägt und nicht beim Verfassungsschutz arbeitet. Nur die Menschen, die Faschismus als Meinung ablehnen und diesem mit allen Mitteln entgegentreten, Menschen, die die Gefahren einer faschistischen Gesellschaft auch als eine Gefahr aus der so genannten „Mitte der Gesellschaft“ erkennen und den Extremismusbegriff ablehnen, weil dieser Antifaschismus kriminalisiert und mit Faschismus gleichsetzt, können Nazis in Deutschland dauerhaft bekämpfen.

Gerade in Ungarn können wir sehen wie eine konservative Regierung im Bündnis mit neuen Nazis an die Macht kam. Diese kann selbst als Mitglied der EU einfachste demokratische Zugeständnisse an seine Bürger_innen abschaffen ohne, dass ein Aufschrei durch andere Staaten ging.

Pogrome gegen Roma und Sinti, die insbesondere auch in Osteuropa stattfinden sowie steigende Mordraten an so genannten „Ausländern“ und linken Oppositionellen in vielen osteuropäischen Staaten, ja nicht einmal die Ehrung von Angehörigen der Waffen-SS in Estland, führt zu irgendeiner Reaktion der bürgerlichen Demokrat_innen.

Daher lasst uns heute nicht nur an die Betroffenen des Unrechts, die Opfer der Gewalt durch die Nationalsozialist_innen, die Soldat_innen der alliierten Armeen und an die vielen Menschen denken, Widerstand leisteten.

Lasst uns auch gemeinsam kämpfen gegen die nazistische Bedrohung, gegen jede Verklärung oder Verharmlosung des Geschehenen. Lasst uns einstehen für eine neue, bessere Gesellschaft ohne Krieg und Faschismus.

Gelebte Toleranz zum Friedrich-Geburtstag

Am 24. Januar 2012 fanden sich mehrere Aktivist_innen im Park
Sanssouci ein, um die Feierlichkeiten zum 300jährigen Geburtstag des
Despoten Friedrich II. kritisch zu begleiten.
Als die Ersten gegen 8.50 Uhr die Kranzniederlegung führender
Brandenburger und Potsdamer Politiker mit einer satirischen Aktion
untermalen wollten, wurden sie sofort durch das riesige Aufgebot von
Polizei, LKA-Beamten und des Sicherheitsdienstes der Schlösserstiftung
des Platzes verwiesen. Sie wurden von der Veranstaltung geschubst und
erhielten für den Park Aufenthaltsverbote.
Einer Person wurde der Rucksack mit zwei Tetrapaks Milch wegen
angeblicher ?Sicherheitsgefährdung? für die Länge seiner Teilnahme an
der Veranstaltung abgenommen.

Als gegen 11 Uhr die langen Kerls, eine Abteilung alter Herren von
Burschenschaften und Heimatverbänden in den Park einmarschierten, um
ihrem König zu huldigen, versuchten Aktivist_innen Transparente zu
zeigen und mit Musik gegen den preußischen Taumel zu demonstrieren.
Dauraufhin griffen mehrere Teilnehmer des Aufzuges die
Demonstrant_innen mit Fahnenstöcken an, zogen ihnen an den Haaren,
nahmen Menschen in den Schwitzkasten und versuchten so den
friedlichen Protest zu verhindern.
Mit Beschimpfungen à la ?Ihr seid doch alle krank?,
?Sozialschmarotzer? und Bedrohungen wie ?Man sieht sich immer zweimal
im Leben? pöbelte der Mob der ?toleranten? Preußenfans. Ebenso wurden
Teile der Musikanlage geklaut.
Danach verteilte die Polizei auf Anweisung der Stiftung Preußische
Schlösser und Gärten großzügig Platzverweise für den Park und es wurde
eine Anzeige gegen eine Preußenkritikerin wegen angeblichen Diebstahls
aufgenommen.
Wieder einmal zeigte sich, dass es im sogenannten Friedrich-Jahr nicht
um eine reflektierte Auseinandersetzung mit Geschichte geht, sondern
um die heroisierende Darstellung Friedrich II. als Mustermonarchen,
bekannten Aufklärer und Menschenfreund.

So sieht sie aus, die gelebte preußische Toleranz!

Menschen, die eine Auseinandersetzung mit Geschichte einfordern und
versuchen auch andere Aspekte des Lebens Friedrich II. zu beleuchten,
werden angegriffen und versucht, mundtot zu machen.
Doch wir lassen uns nicht einschüchtern und werden das
Preußenspektakel weiter kritisch begleiten. Wir haben kein
Verständnis, dass in einer bürgerlichen Demokratie einem Monarchen
gehuldigt wird, die Toten der Kriege Preußens vergessen und die
Geschichte Preußens von allen Gräueln reingewaschen werden.
In diesem Sinne: Preußen bleibt Scheisse! Fuck off Fritz!

Bündnis Fuck off Fritz!

APAP veröffentlicht Chronik neonazistischer Aktivitäten in Potsdam und Umgebung für den Zeitraum Juli bis Dezember 2011

Chronik neonazistischer Aktivitäten in Potsdam und Umgebung für den Zeitraum Juli bis Dezember 2011

Die Chronik als PDF-Download

Nachdem Anfang Dezember zahlreiche Fotos von vermeintlichen Demonstrant_innen, eines Spaziergang gegen Rechts, auf der Internetseite der „Freie Kräfte Potsdam“ auftauchten, kommen bei einigen Antifaschist_innen Erinnerungen an das Jahr 2003 auf, in dem die „Anti-Antifa Potsdam“ mit einer sogenannten „Outing-Seite“ für Schlagzeilen sorgte. Dies zeigt einmal mehr, dass auch in der zweiten Jahreshälfte die Potsdamer Neonazis in der Landeshauptstadt nicht untätig gewesen sind. Die Quantität sowie die Qualität der Aktivitäten ist noch immer erschreckend.

Seit geraumer Zeit machen Antifaschist_innen darauf aufmerksam, dass in Potsdam vermehrt Bedrohungen, Einschüchterungen und gewalttätige Übergriffe durch Neonazis stattfinden.1 Diese Tendenzen und Angaben können auch für die zweite Jahreshälfte bestätigt werden. Gleich mehrere solcher Taten ereigneten sich in den vergangenen Monaten. Vor allem der Übergriff auf einen alternativen Jugendlichen in der Innenstadt, am Platz der Einheit, verdeutlicht einmal mehr, wie sicher sich Neonazis zurzeit in Potsdam fühlen und bewegen können, so dass es ihnen möglich ist skrupellos auf Jugendliche einzuschlagen.2
Im Stadtteil Babelsberg sind Potsdamer Neonazis ebenfalls aktiv. Vermutlich waren sie es, die im November 2011 den Gedenkstein für den ermordeten Kommunisten Herbert Ritter auf dem Babelsberger Friedhof beschädigten. Nur einen Tage später wurde ein alternativer Jugendlicher von Neonazis in Babelsberg attackiert. Er wurde beleidigt, geschlagen und – bereits am Boden liegend – getreten.3

«FKP» bleiben zentrale Akteure – NPD scheintot – «AJP» tot

Bei den organisierten Strukturen gibt es schon seit geraumer Zeit die Tendenz, dass sich die “Freie Kräfte Potsdam” (FKP) als zentraler Akteur für den Raum Potsdam herausstellen. Diese sind in der zweiten Jahreshälfte vor allem durch ihre Internetseite virtuell präsent, auf welcher sie regelmäßig Aktionsberichte und neonazistische Hetzartikel veröffentlichen. Dazu kommen mehrfach Aktionen im Rahmen der „Volkstod“-Kampagne 4 oder zu Anlässen, wie dem Todestages des Naziverbrechers Rudolf Heß 5. Die „FKP“ betreiben ebenfalls „Anti-Antifa“ Arbeit und versuchen mit der Veröffentlichung von Fotos,Menschen die gegen Neonazis demonstrieren, einzuschüchtern. Damit wollen sie ihre Hegemonie im Stadtteil Waldstadt verdeutlichen und festigen .6

Sie sind es auch, die die „Werde Unsterblich“- Aktionen in Waldstadt und Babelsberg, sowie das Gedenken an den Nazi Herbert Schweiger im Potsdamer Park Sanssouci, organisierten und durchführten. Ebenso sind sie für den Fackelmarsch am 9. November verantwortlich, bei dem ca. 30 bis 50 Neonazis durch Waldstadt zogen. Dass so ein Aufmarsch in der Landeshauptstadt möglich wurde, ist die Folge einer zunehmenden Aktivität und Professionalisierung der neonazistischen Szene und im Besonderen der „FKP“. Weiterhin tragen ein mangelndes Problembewusstseins und fehlende Konsequenzen seitens der Stadt und der Zivilgesellschaft dazu bei. Aber auch die antifaschistische Szene Potsdams muss in diese Kritik einbezogen werden, ihr (Nicht-)Handeln reflektieren und nach neuen Konzepten suchen.

Neben den „FKP“ sind die weiteren Neonazistrukturen aktuell nicht präsent. Die “Alternative Jugend Potsdam” (AJP) trat lediglich beim Gedenken für den Nazi Rudolf Heß durch Schablonensprühereien in Erscheinung. Die Ortsfraktion der NPD ist seit dem Austritt ihres Stadtverbandsvorsitzenden Marcel Guse inaktiv. Die darauf folgende Mandatsniederlegung im Stadtparlament, aufgrund seines Umzugs nach Wittbrietzen, kann nicht als Schwächung der Szene bewertet werden. Guses Funktion und Kontakte werden weiterhin für die Potsdamer Neonazis von Bedeutung sein. Veröffentlichte Daten, die von seinem Handy stammen, verdeutlichen seine tiefe Verankerung in die bundesweite Neonaziszene.

Demoteilnahme – lieber einzeln oder mit neuem Label, statt in alten Gruppen

Insgesamt kann keine konsequente Teilnahme einer Potsdamer Neonazigruppierung an Aufmärschen in diesem Jahr festgestellt werden. Es sind immer wieder Einzelpersonen, die gute Kontakte in bestimmte Städte und Regionen pflegen.
Am 15.07.2011 wird das Label “Sektion Potsdam” erstmals als Signatur auf einem Transparent auf einer Neonazi-Demonstration in Berlin-Neukölln genutzt. Dieser Gruppenname wurde bereits 2009 auf neonazistischen Aufklebern verwendet, die in der Potsdamer Innenstadt zu finden waren. Abgebildet war ein Gewehr wie auch der Schriftzug “Antifa Hunter”.

Gerade nach den jüngsten Vorfällen ist von einer Schwächung der Neonazi-Szene nicht zu sprechen. Im Gegenteil, sie bedient sich immer dreisteren Methoden und Aktionsformen um ihre Vormachtstellung in bestimmten Stadtgebieten zu manifestieren.
Die Potsdamer Zivilgesellschaft, linke Gruppen und Antifaschist_innen sollten weiterhin und verstärkt dafür einstehen, dass Neonazis keine Möglichkeit einer Ausbreitung und gewaltvollen Durchsetzung ihrer menschenverachtenden Ideologie haben.

Juli

09.07.2011 – In der Nacht zum Samstag hetzen mutmaßlich Neonazis im Potsdamer Hauptbahnhof einen Hund auf einen antifaschistischen Jugendlichen (Quelle: ND)

09.07.2011 – Neonaziaufmarsch in Neuruppin. Auch einige Potsdamer Neonazis sind anwesend. (Quelle: APAP)

15.07.2011 – Die “FKP” machen ihre zweite Aktion im Rahmen der “werde-unsterblich” Kampagne in Potsdam. Dieses Mal tauchen sie auf dem Parkplatz des Toom-Baumarktes im Stadtteil Babelsberg auf. Dort rufen sie Parolen und schmeißen Papierschnipsel mit Werbung für die Kampagne umher. (Quelle: APAP, “FKP”)

15.07.2011 – Neonaziaufmarsch in Berlin Neukölln. Benjamin Oe. sowie weitere mutmaßliche Potsdamer Neonazis nehmen an der Veranstaltung teil. Dabei führen sie ein Transparent mit der Aufschrift “Aufmucken gegen Links – antifaschistische Strukturen aufdecken & zerstören – Sektion Potsdam” mit sich. (Quelle: APAP)

16./17.07.2011 – Zwei Örtlichkeiten der Partei “Die Linke” werden von mutmaßlichen Neonazis beschmiert. An das Bürgerbüro des Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Scharfenberg in der Galileistraße Am Stern schreiben die Täter_innen den Slogan „Volksverräter“. An die Landesparteizentrale in der Alleestraße werden die Schriftzüge „Nationaler Widerstand Berlin“ und „Rudolf Heß“ angebracht. (Quelle: PNN)

19.07.2011 – In Fahrland wird ein alternativer Jugendlicher von zwei mutmaßlichen Neonazis als „scheiß Zecke“ beschimpft, anschließend wird der Betroffene mehrfach geschubst und daraufhin bedroht, dass er „auf’s Maul“ kriege. (Quelle: APAP)

Mitte Juli suchen Neonazis der “FKP” das neu eröffnete Gelände des “freiLand” auf. Einge Tage später veröffentlichen diese darüber einen propagandistischen Bericht mit Fotos auf ihrer Homepage. (Quelle: “FKP”)

23.07.2011 – In Fahrland wird ein alternativer Jugendlicher von drei vermutlichen Neonazi angepöbelt, dass er „lieber aufpassen“ solle bzw. er sich „mit den Falschen angelegt“ habe. (Quelle: APAP)

29./30.07.2011 – Die Potsdamer Neonaziband „Preussenstolz“ spielt auf einem „Zeltwochenende“ der Naziszene in „Südwestdeutschland“.
Desweiteren treten auf: „Torstein“, „MG42″, „12 Golden Years“, „Projekt W“, „Ragnar“ und „Selektion“. (Quelle: Oire Szene)

August

06.08.2011 – Am Abend kommt es gegen 23:30 Uhr in der Potsdamer Innenstadt, genauer am Platz der Einheit, zu einem Naziangriff auf einen alternativen Jugendlichen. Dabei wird der Betroffene, von einer ca. 8 bis 10-köpfigen Gruppe von Neonazis, von seinem Fahrrad gerissen und am Boden liegend mehrfach in den Bauch getreten. (Quelle: APAP)

13.08.2011 – Zwei Neonazis fotografieren die Teilnehmer_innen einer Streetparade im Rahmen des “Schöner Leben!”-Festivals. (Quelle: APAP, Organisator_innen des Festivals)

13.08/14.08.2011 – Das Straßenschild der Brandenburger Straße wird mit einem Aufkleber überklebt und damit in “Rudolf-Hess-Straße” symbolisch umbenannt. (Quelle: PNN)

16.08.2011 – In Waldstadt sowie im Ortsteil Fahrland tauchen zahlreiche Sprühschablonen und Parolen bezüglich des Todestag des Naziverbrechers Rudolf Heß auf. (Quelle: APAP)

17.08.2011 – Am Morgen wird im Bus 609 von Fahrland in die Innenstadt ein alternativer Jugendlicher von ca. fünf mutmaßlichen Neonazis mit der Aussage, dass er sich „mal langsam zusammenreißen“ solle, bedroht. Darüber hinaus wird er mehrfach als „scheiß Zecke“ beschimpft. (Quelle: APAP)

17.08.2011 – Neonazis stellen Kerzen und ein Bild des Naziverbrechers Rudolf Heß am Zaun eines Potsdamer Friedhofs auf. (Quelle: APAP)

29.08.2011 – In Fahrland wird ein alternativer Jugendlicher, der auf dem Heimweg einen Neonaziaufkleber entfernte, unter „Verpiss dich”-Rufen von mehreren vermutlichen Neonazis mit Steinen beworfen. (Quelle: APAP)

September

14.09.2011 – Die Initiative “Brandenburg (Havel) nazifrei!” teilt mit, dass der Geograph Moritz van der Meulen zur Zeit an der Universität Potsdam den Masterstudiengang „Geoinformation und Visualisierung“ studiert. Van der Meulen gilt als “Ortsgruppenleiter” der NPD Brandenburg/Havel. (Quelle: Brandenburg (Havel) nazifrei!)

Oktober

03.10.2011 – Der Ruf „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus.“ wird zum Ausgangspunkt eines Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung gegen einen Mann, der am Abend einen Notruf tätigte. Dieser will beobachtet haben, wie ein “Bekannter” von ihm als “Scheiß Nazi” bezeichnet und geschlagen wurde. (Quelle: PNN)

Mitte Oktober posieren die “FKP” mit einem Transparent und Fackeln vor dem Schloss Sanssouci in Potsdam. Anlass ist der Tod von Herbert Schweiger, eines bedeutenden neonazistischen Publizisten und ehemaligen Waffen-SS Mitglied. Unter den Neonazis befinden sich die bekannten Potsdamer Neonazis Mirko K., Thomas P., Dennis H. und Carsten S. (Quelle: “FKP”)

November

05.11.2011 – Neonazikonzert in Sachsen mit „Preussenstolz“, „Plan B“, „Blutzeugen“, „Asatru“ und „Exzess“. Es sollen laut einschlägiger
Neonaziforen 250-300 Neonazis vor Ort gewesen sein. (Quelle: Oire Szene)

09.11.2011 – Die “FKP” veranstalten am späten Abend in Waldstadt einen Fackelmarsch. Daran beteiligen sich ca. 30 bis 50 Neonazis, welche neben den Fackeln auch weiße Masken tragen. Ihren eigene Angaben zufolge wurde dafür der Polizeifunk abgehört um einen möglichen Polizeieinsatz einschätzen zu können. (Quelle: APAP, PNN)

11.11./12.11.2011 – Der Gedenkstein für den Kommunisten Herbert Ritter auf dem Friedhof Babelsberg wird beschädigt. Unbekannte schlagen mehrere Löcher in die Inschrift des Steines. (Quelle: Ultras Babelsberg, APAP)

13.11.2011 – Drei Neonazis greifen mit den Worten “Hey du scheiß Zecke,” in Babelsberg in der Nähe des “Findling”, einen alternativen Jugendlichen an, schlagen und treten ihn. (Quelle: APAP)

22.11.2011 – Die “PNN” berichtet, dass Marcel Guse (zuletzt parteilos, davor NPD) sein Mandat für das Potsdamer Stadtparlament niedergelegt hat. (Quelle: PNN)

22.11.2011 – In Fahrland wird gegen Abend eine Gruppe Jugendlicher von einem offensichtlich betrunkenen erwachsenen Mann zuerst angepöbelt und anschließend, unter der Androhung von Schlägen, gegen den Willen der Betroffenen durchsucht. Dazu drückt der Täter einen der Jugendlichen gegen einen Zaun und greift in mehrere Jackentaschen. Dabei entdeckt er einige Antifaaufkleber, welche er dem Jugendlichen wegnimmt. (Quelle: APAP)

28.11./29.11.2011 – Das Verbandsauto von Linksjugend [’solid] wird beschädigt. Unbekannte zerstören Scheiben und Karosserieteile des Autos mit Stahlkugeln.(Quelle: Linksjugend [’solid])

29.11/30.11.2011 – In Babelsberg tauchen in der Uhlandstraße und der Fontanestraße mindestens 50 Neonaziaufkleber auf. Motive sind unter anderem die “Volkstod”-Kampagne der “FKP” wie auch “summer of hate” der “Anti-Antifa Potsdam”. (Quelle: APAP)

Dezember

03.12.2011 – Mindestens ein Potsdamer Neonazi beobachtet eine Demonstration des Bündnisses “Potsdam bekennt Farbe” in Waldstadt. Er fertigt Fotografien von den Versammlungsteilnehmer_innen an. (Quelle: APAP, Antifa Westhavelland, PNN)

05.12.2011 – Auf der Website der “FKP” werden Fotos von vermeintlichen Teilnehmenden des Stadtteilspaziergangs in Waldstadt veröffentlicht. Verantwortlich dafür soll der Potsdamer Neonazi Gabor G. sein. (Quelle: “FKP”, ARPU)

1
http://aalp.blogsport.de/2011/06/26/weiterhin-nazigewalt-in-potsdam/
http://apap.blogsport.eu/2011/04/16/6_uebergriffe_in_kurzer_zeit/
http://apap.blogsport.eu/2011/07/01/chronik-neonazistischer-aktivitaten-in-potsdam-und-umgebung-fur-den-zeitraum-januar-bis-juni-2011/
2
http://apap.blogsport.eu/2011/10/05/wieder-nazigewalt-in-potsdam-angriff-auf-alternativen-jugendlichen-in-der-innenstadt/
3
http://apap.blogsport.eu/2011/11/18/neonazis-prugeln-auf-jugendlichen-ein-und-zerstoren-gedenkstein/
4
http://arpu.blogsport.eu/2011/04/19/die-demokraten-bringen-uns-den-volkstod/
5
http://apap.blogsport.eu/2011/08/22/%C2%ABhesliches-potsdam%C2%BB-neonazipropaganda-zum-todestag-von-rudolf-hes/
6
http://arpu.blogsport.eu/2011/12/07/potsdamer-neonazis-veroffentlichen-wieder-fotos-von-vermeintlichen-antifaschist_innen/

Demonstration gegen Polizeikongress

Fight capitalist war – Fight capitalist peace !
Gegen die Perfektionierung staatlichen Mordens

Immer wieder werden wir durch kleine Randnotizen in der Zeitung an das Machtmonopol des Staates erinnert; in drei Sätzen zusammengefasste Pressemeldungen der Polizei über einen ihrer tödlichen Einsätze.
Manchmal findet tödliche Polizeigewalt ein Echo in der autonomen Szene und selten genug gelingt es in der Gesellschaft ein unbehagliches Fragezeichen zu hinterlassen.
In letzter Zeit wurden allerdings vermehrt Menschen von der Polizei getötet, die nicht völlig vereinzelt lebten. Vor allem durch ihr soziales Umfeld entstanden Ansätze von Widerstand, z.B. in den Fällen von Oury Jalloh, Dennis J. oder Slieman Hamade.

Nun veranstalten Behörden, Regierungsvertreter, Politiker und Firmen zwei Kongresse in Berlin, die das staatliche Morden perfektionieren sollen.
Zuerst vom 31. Januar bis 02. Februar 2012 die “International Urban Operations Conference“.
Auf dieser Konferenz sollen Erfahrungen aus militärischer und paramilitärischer Aufstandsbekämpfung in Kriegsgebieten ausgewertet und weiterentwickelt werden. Die Veranstalter gehen davon aus, dass sich Szenarien aus städtischen Konflikten in Kabul, Bagdad oder Mogadischu auch in Europa ereignen können.

Danach findet vom 14. bis 15. Februar 2012 der 15. Internationale Polizeikongress statt. Hier wird seit Jahren an einer Koordinierung von Polizeibehörden und Sicherheitsfirmen gearbeitet, die sich auf Grund ihrer Gefährdungsanalysen ständig weiter vernetzen.

Der Zusammenhang zwischen dem Polizeibeamten, der hier bei uns im Einsatz tötet und diesen beiden Kongressen ist vielseitig.
Die Polizei in Deutschland tötet im Verhältnis zu ihrer Personalstärke und zur Bevölkerungszahl weniger Menschen als beispielsweise die französische, italienische oder spanische Polizei.
Dafür sind ihre Tötungstechniken vielfältiger und grausamer,
wie Verbrennen, mit Brechmittel ertränken oder mit Pfefferspray vergiften.
Länder mit Polizeieinheiten, die auch paramilitärische Funktionen haben wie die Guardia Civil in Spanien und die CRS in Frankreich, bzw. sowohl im Inland wie im Ausland kombinierte Einsätze mit dem Militär führen wie die Carabinieri in Italien, töten häufiger und schneller bei Routineeinsätzen. Eine militarisierte Ausbildung
führt zu rücksichtsloserer Gewaltanwendung der Beamten.
Genau diesen Weg schlägt auch Deutschland ein.
Durch den Einsatz von Militärpolizei gegen somalische Fischer oder durch die Aufstellung von Auslandshundertschaften der
Bundespolizei und dem Entsenden von Beamten der Bereitschafts- Kriminal- und Schutzpolizeien in fast alle aktuellen Kriegsgebiete als Ausbilder oder zum Schutz deutscher Interessen, entsteht ein großer Pool an Beamten mit Kriegserfahrung.

Wie werden Beamte der Berliner 23. Ehu oder der Blumberger Bundespolizei auf Demonstrationen in Berlin reagieren, wenn sie vorher Demonstrationen in Kunduz mit Handgranaten niedergeschlagen haben?

Wie sehen Vernehmungen eines LKA Beamten aus, der in Tripolis oder Bagdad Folter als normalen Polizeialltag kennengelernt hat?

Wie laufen Festnahmen ab, wenn der Beamte vorher bei den Feldjägern oder beim KSK war?

Die bewusste Vermischung von polizeilichen und militärischen Aufgaben, Einsätzen und Ausbildungen wird notwendigerweise die ohnehin geringe moralische Hemmschwelle von Polizisten weiter reduzieren.
Die „International Urban Operations Conference“ wird also nicht nur Leichenberge in den Slums afrikanischer oder asiatischer Großstädte produzieren sondern auch uns in Berlin oder Hamburg mit einem soldatisch agierenden Polizeiapparat konfrontieren.

Um diese härtere Gangart gut an die Öffentlichkeit vermitteln zu können und um die dafür notwendigen Verbindungen zwischen den unterschiedlichsten Sicherheitsbehörden und Firmen der Privatwirtschaft zu perfektionieren ist der “Internationale
Polizeikongress“ ein wichtiger Termin für die Vertreter der Tötungsindustrie.
Lobbyisten bieten dort Produkte an für die Regierungsvertreter entsprechende Gesetze erarbeiten. Sei es der Nacktscanner oder der Taser, bei diesem Kongress wird besprochen welche Personengruppen in ihren Genuss kommen.

Wir finden uns nicht damit ab, das durchgeknallte Polizisten in unseren Straßen und Parks das Feuer auf vermeintliche Straftäter_innen eröffnen.
Wir wollen keinen ausgebildeten Folterknechten oder traumatisierten Soldaten bei unseren Demos begegnen.
Wir bezahlen nicht die Profite von Firmen die Pfefferspray, Handschellen oder Taser produzieren.
Wir finden uns weder damit ab, das Menschen aus Afrika vor ihren Stränden als “Piraten“ versenkt werden noch das sie vor unseren Stränden als “Schleuser“ ertränkt werden und auch nicht das sie in deutschen Polizeistationen verbrennen oder in deutschen Jobcentern erschossen werden.

Deshalb, International Urban Operations Conference
und Internationalen Polizeikongress verhindern!

Demonstration am
Samstag, 28. Januar 2012 um 16:00
Herrfurthplatz – Berlin Neukölln/ U 8 Boddinstr.

Zugtreffpunkt für Potsdam: 14:45 Uhr Potsdam Hbf an der Info.